Lüftungsratgeber

Lüftungsrohr-Durchmesser berechnen: So dimensionieren Sie Ihre Lüftungsrohre richtig

Infografik zum Berechnen des Lüftungsrohr-Durchmessers mit Luftmengendiagrammen, Dimensionierungstabellen, empfohlenen Luftgeschwindigkeiten und bewährten Verfahren der Lüftungstechnik.

Lüftungsrohr-Durchmesser berechnen: der Leitfaden für effizienten Luftstrom

Ein leistungsstarker Abluftventilator allein garantiert noch keine wirksame Lüftung.

Sind die Lüftungsrohre zu klein, zu lang oder schlecht geplant, kann selbst der beste Ventilator die Feuchtigkeit nicht effizient abführen. Die Folgen sind oft dauerhaftes Kondenswasser, Schimmel, höherer Energieverbrauch und unnötige Betriebsgeräusche.

Der richtige Rohrdurchmesser ist einer der wichtigsten Faktoren jeder Wohnraumlüftung. Mit dem passenden Durchmesser halten Sie die Druckverluste gering, erreichen die geplante Luftmenge und verlängern die Lebensdauer des Ventilators.

Ob Sie einen Badlüfter, einen Rohrventilator einbauen oder eine komplette Wohnraumlüftung planen: Dieser Leitfaden erklärt, wie Fachleute Lüftungsrohre dimensionieren und welche Faktoren für die Leistung in der Praxis am meisten zählen.

Anders als viele Ratgeber im Netz beruht dieser Artikel auf praktischen Grundsätzen der Lüftungstechnik und nicht auf einfachen Faustregeln.

Kurze Antwort

Für einen Rohrdurchmesser gibt es keinen einzelnen Luftmengenwert.

Wie viel Luft ein Lüftungsrohr führen kann, hängt vor allem von der Luftgeschwindigkeit im Rohr ab. Fachplaner für Lüftungstechnik legen Wohnraumlüftungen üblicherweise auf Luftgeschwindigkeiten zwischen 2 und 4 m/s aus. Das ist ein Kompromiss zwischen Luftmenge, Druckverlust und Betriebsgeräusch.

Die Tabelle unten zeigt die ungefähre Luftmenge gängiger Rundrohre bei diesen Auslegungsgeschwindigkeiten.

Durchmesser Rundrohr2 m/s3 m/s4 m/sTypische Anwendungen
100 mm57 m³/h84 m³/h113 m³/hKleine Bäder, Toiletten
125 mm88 m³/h133 m³/h177 m³/hFamilienbäder, Hauswirtschaftsräume
160 mm145 m³/h217 m³/h290 m³/hKüchen, größere Rohrventilatoren
200 mm226 m³/h339 m³/h452 m³/hLüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung und größere Wohnraumlüftungen

Diese Werte sind übliche technische Auslegungswerte für Wohnraumlüftungen. Die tatsächliche Luftmenge hängt außerdem von Rohrlänge, Bögen, Formteilen, Außenöffnungen und dem verfügbaren statischen Druck des Ventilators ab.

💡 Technik-Tipp von HavenPoint

Ein größerer Rohrdurchmesser erhöht nicht nur die Luftmenge. Weil er die Luftgeschwindigkeit senkt, verringert er auch Druckverluste, Betriebsgeräusche und die Belastung des Ventilators. In vielen Anlagen bringt ein größerer Rohrdurchmesser mehr als der Austausch gegen einen stärkeren Ventilator.

Warum der richtige Rohrdurchmesser wichtig ist

Viele Hausbesitzer halten den Ventilator für das wichtigste Bauteil einer Lüftung.

In Wirklichkeit sollten Ventilator und Lüftungsrohre immer als ein System betrachtet werden.

Ein Hochleistungsventilator an zu engen Rohren kann seine angegebene Luftmenge nicht erreichen. Steigt der Widerstand, muss der Ventilator mehr leisten, um die Luft durch das System zu bewegen. Das senkt die Absaugleistung und erhöht Energieverbrauch und Betriebsgeräusch.

Richtig dimensionierte Lüftungsrohre bringen mehrere wichtige Vorteile:

  • Die Luftmenge liegt näher an der Nennleistung des Ventilators
  • Die Druckverluste im ganzen System sinken
  • Das Betriebsgeräusch wird geringer
  • Die Energieeffizienz steigt
  • Kondenswasser und Schimmel werden vermieden
  • Die Lebensdauer des Ventilators verlängert sich

Das gilt besonders beim Einbau von Badlüftern, Badlüftern mit Feuchtigkeitssensor oder Rohrventilatoren. Dort ist die geplante Luftmenge entscheidend für eine wirksame Feuchtekontrolle und eine gute Raumluftqualität.

Mit der erforderlichen Luftmenge beginnen

Die fachgerechte Rohrdimensionierung beginnt immer mit einer Frage:

Wie viel Luft muss bewegt werden?

Erst wenn die erforderliche Luftmenge feststeht, wird der Rohrdurchmesser gewählt.

Den Rohrdurchmesser allein nach einer vorhandenen Deckenöffnung oder dem Auslass des Ventilators zu wählen, gehört zu den häufigsten Einbaufehlern.

Die Luftmenge wird meist in einer von zwei Einheiten angegeben:

  • m³/h (Kubikmeter pro Stunde) – die Standardeinheit der meisten europäischen Lüftungshersteller.
  • l/s (Liter pro Sekunde) – häufig in technischen Berechnungen und nationalen Bauvorschriften verwendet.

Zum Umrechnen:

1 l/s = 3,6 m³/h

Die erforderliche Luftmenge hängt von mehreren Faktoren ab, darunter:

  • Raumart
  • Raumvolumen
  • Zahl der Personen
  • Feuchtigkeitsanfall
  • Nationale Bauvorschriften
  • Lüftungsstrategie (Intervallbetrieb oder Dauerlüftung)

Ein kleines Gäste-WC braucht zum Beispiel deutlich weniger Luft als ein Familienbad mit täglichem Duschen. Ebenso muss eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, die ein ganzes Haus versorgt, Raum für Raum einreguliert werden, wobei jeder Zweig nach seiner Auslegungsluftmenge dimensioniert wird.

Wer zuerst die richtige Luftmenge festlegt, wählt den Rohrdurchmesser nach technischen Anforderungen und nicht nach Gefühl.

 

📐 Hinweis zur Technik

Die Luftmengen in diesem Leitfaden beruhen auf üblichen Luftgeschwindigkeiten im Wohnbereich von 2–4 m/s. Dieser Bereich wird in der Lüftungsplanung häufig verwendet, um Luftmenge, Druckverluste und Betriebsgeräusch auszugleichen.

Berücksichtigen Sie bei der Wahl des richtigen Rohrdurchmessers immer das gesamte Lüftungssystem, einschließlich:

  • Gesamtlänge der Rohre
  • Anzahl der Bögen und Formteile
  • Flexrohr-Abschnitte
  • Außengitter oder Dachhauben
  • Rückschlagklappen
  • Filter und Schalldämpfer
  • Die Ventilatorkennlinie beim erwarteten statischen Druck

Zwei Systeme mit gleichem Rohrdurchmesser können je nach Gesamtführung der Rohre und Widerstand des Systems sehr unterschiedliche Luftmengen liefern.

Den Luftmengenangaben bei freiem Ausblasen nicht trauen

Ein verbreiteter Irrtum in der Wohnraumlüftung ist die Annahme, die auf der Verpackung des Ventilators aufgedruckte Luftmenge erreiche man auch nach dem Einbau.

Leider ist das selten der Fall.

Hersteller geben fast immer die maximale Luftmenge bei freiem Ausblasen an. Der Ventilator wird dabei ohne Rohre, Bögen oder sonstige Widerstände geprüft.

Ein tatsächlicher Einbau bringt immer Widerstände mit sich.

Jeder Meter Rohr, jeder Bogen und jedes Zubehörteil erzeugt Druckverluste, die die Luftmenge verringern, die der Ventilator tatsächlich bewegen kann.

Typische Widerstände sind:

  • Gerade Rohrstrecken
  • 45°- und 90°-Bögen
  • Flexrohre
  • Reduzierstücke und Verbinder
  • Rückschlagklappen
  • Wandgitter
  • Dachhauben
  • Schalldämpfer
  • Filter

Je länger und komplexer das Rohrsystem wird, desto weiter entfernt sich die tatsächliche Luftmenge vom Wert, den der Hersteller bewirbt.

Ein Badlüfter, der mit 100 m³/h beworben wird, schafft nach dem Einbau mit mehreren Metern Rohr, zwei Bögen und einem Außengitter zum Beispiel nur 65–80 m³/h.

Das ist völlig normal und wird bei der fachgerechten Lüftungsplanung bereits einkalkuliert.

⚠️ Häufiger Einbaufehler

Wer einen alten Ventilator durch ein stärkeres Modell ersetzt und zu enge oder widerstandsreiche Rohre unverändert lässt, wird oft enttäuscht. Häufig verbessert ein größerer Rohrdurchmesser, eine kürzere Rohrstrecke oder weniger Bögen die Luftmenge wirksamer als ein größerer Ventilator.

 

Statischer Druck: der versteckte Faktor für die Lüftungsleistung

Die Luftmenge sagt, wie viel Luft ein Ventilator bewegen kann. Der statische Druck sagt, wie stark der Ventilator gegen Widerstände arbeiten kann.

Das ist eines der wichtigsten Konzepte der Lüftungsplanung, wird in Verbraucherratgebern aber selten erklärt.

Der statische Druck wird in Pascal (Pa) gemessen.

Jedes Bauteil einer Lüftung erzeugt einen kleinen Druckverlust. Einzeln wirken diese Verluste unbedeutend, zusammen bestimmen sie aber, wie viel Luft der Ventilator tatsächlich liefern kann.

Druckverluste entstehen durch:

  • Lange Rohrstrecken
  • Kleine Rohrdurchmesser
  • Flexrohre
  • Scharfe Bögen
  • Klappen
  • Filter
  • Dachhauben
  • Wandgitter

Der Ventilator muss genug Druck aufbauen, um alle diese Widerstände zu überwinden und dabei die erforderliche Luftmenge zu liefern.

Je höher der Widerstand des Systems, desto geringer fällt die tatsächliche Luftmenge aus.

 

Warum Fachleute Ventilatorkennlinien verwenden

Fachplaner vergleichen Ventilatoren selten nur anhand der maximalen Luftmenge aus den Produktkatalogen.

Sie verwenden stattdessen die Ventilatorkennlinie.

Eine Kennlinie zeigt, wie sich die Luftmenge mit steigendem statischem Druck ändert.

Steigt der Widerstand, sinkt die Luftmenge immer.

So können Ingenieure vorhersagen, wie ein Ventilator im tatsächlichen Einbau arbeitet und nicht nur unter Laborbedingungen.

Das folgende Beispiel zeigt einen typischen Zusammenhang zwischen statischem Druck und Luftmenge. Die genauen Werte unterscheiden sich zwischen den Ventilatormodellen, das Prinzip ist aber bei allen Lüftungssystemen gleich.

Statischer Druck (Pa)Typische Luftmenge des Ventilators
0 Pa100 % der Nennluftmenge
20 PaGeringer Rückgang
40 PaMäßiger Rückgang
80 PaDeutlicher Rückgang

Die genauen Luftmengen hängen vom einzelnen Ventilatormodell und seiner Kennlinie ab, der Zusammenhang bleibt aber derselbe: Steigt der statische Druck, sinkt die Luftmenge.

Die fachgerechte Rohrdimensionierung sollte sich immer nach anerkannten technischen Grundsätzen und den geltenden Auslegungsnormen richten, etwa nach den Leitlinien von ASHRAE und CIBSE.

💡 Technik-Tipp von HavenPoint

Zwei Ventilatoren mit gleicher maximaler Luftmenge können sich im tatsächlichen Einbau sehr unterschiedlich verhalten. Der Ventilator, der bei steigendem statischem Druck mehr Luftmenge hält, lüftet in Systemen mit langen Rohrstrecken, mehreren Bögen oder widerstandsreichen Abschlüssen meist besser.

 

Rohrdurchmesser aus der Luftmenge berechnen

Steht die erforderliche Luftmenge fest, wählen Sie als Nächstes einen Rohrdurchmesser, bei dem die Luft mit einer effizienten Geschwindigkeit strömt.

Fachplaner für Lüftungstechnik wählen den Rohrdurchmesser nicht nach Gefühl.

Sie wägen stattdessen drei zentrale Faktoren ab:

  • Erforderliche Luftmenge
  • Luftgeschwindigkeit
  • Druckverluste

Eine höhere Luftgeschwindigkeit erlaubt kleinere Rohre, erhöht aber:

  • Reibungsverluste
  • Turbulenzen
  • Geräusche
  • Energieverbrauch

Eine niedrigere Luftgeschwindigkeit erfordert größere Rohre, sorgt aber im Allgemeinen für leiseren Betrieb und geringeren Widerstand.

Bei Wohnraumlüftungen bietet eine Auslegung auf 2–4 m/s meist den besten Kompromiss zwischen Leistung und Einbaukosten.

 

Empfohlene Luftgeschwindigkeiten im Wohnbereich

Bei den meisten Wohnraumlüftungen bietet eine Luftgeschwindigkeit von 2–4 m/s den besten Kompromiss zwischen Luftmenge, Druckverlusten und Betriebsgeräusch.

Niedrigere Luftgeschwindigkeiten führen im Allgemeinen zu leiseren und energieeffizienteren Systemen. Höhere Geschwindigkeiten können vertretbar sein, wenn der Platz für den Einbau begrenzt ist.

LuftgeschwindigkeitTypische AnwendungenEmpfehlung für die Auslegung
2–3 m/sHochwertige Wohnraumlüftungen, Schlafzimmer, Wohnbereiche⭐ Am besten für leisen Betrieb und geringe Druckverluste
3–4 m/sBäder, Hauswirtschaftsräume und die meisten Wohnraumlüftungen✅ Für die meisten Anlagen empfohlen
4–5 m/sAnlagen mit wenig Platz und kurzen Rohrstrecken⚠ Vertretbar, wenn höhere Geräusche nicht kritisch sind
Über 5 m/sFür Wohnraumlüftungen selten empfohlen❌ Wegen höherer Geräusche und Druckverluste möglichst vermeiden

 

✔ Empfehlung vom Fachmann

Ist genug Platz für den Einbau vorhanden, wählen Fachplaner für Lüftungstechnik meist einen Rohrdurchmesser, bei dem die Luftgeschwindigkeit unter 4 m/s bleibt. Das verringert die Druckverluste, verbessert die Energieeffizienz und macht das Lüftungssystem spürbar leiser.

Warum größere Rohre oft besser funktionieren

Viele Hausbesitzer nehmen an, das kleinstmögliche Rohr sei effizienter, weil die Luft darin schneller strömt.

In Wirklichkeit ist oft das Gegenteil der Fall.

Mit steigender Luftgeschwindigkeit nimmt die Reibung zwischen der bewegten Luft und der Rohrwand rasch zu.

Der Ventilator muss härter arbeiten, um diesen Widerstand zu überwinden. Die Luftmenge sinkt, das Betriebsgeräusch steigt.

Ein größerer Rohrdurchmesser bringt mehrere Vorteile:

  • Geringere Luftgeschwindigkeit
  • Geringere Druckverluste
  • Leiserer Betrieb
  • Geringerer Stromverbrauch des Ventilators
  • Stabilere Luftmenge

Deshalb wählen Fachplaner oft die nächstgrößere Nennweite, wenn die berechnete Luftmenge nahe an der Obergrenze eines kleineren Durchmessers liegt.

 

Die gesamte Rohrführung berücksichtigen

Der richtige Rohrdurchmesser hängt nicht allein vom Durchmesser ab.

Der gesamte Luftweg muss immer mitbetrachtet werden.

Zwei Systeme mit gleichen Rohrdurchmessern können je nach Verlegung der Rohre sehr unterschiedliche Luftmengen liefern.

Zusätzlichen Widerstand erzeugen:

  • Jeder Bogen
  • Jedes Reduzierstück
  • Jeder Flexrohr-Abschnitt
  • Jedes Gitter
  • Jede Dachhaube
  • Jede Klappe

Ein 100-mm-Rohr mit drei engen 90°-Bögen kann zum Beispiel deutlich mehr Widerstand erzeugen als ein gerades 125-mm-Rohr, das doppelt so lang ist.

Fachplaner für Lüftungstechnik bewerten die gesamte Rohrführung und dimensionieren nicht jeden Abschnitt für sich.

💡 Technik-Tipp von HavenPoint

Ein gut geplantes Rohrsystem ist genauso wichtig wie die Wahl des richtigen Ventilators. Schon ein einziger unnötiger 90°-Bogen kann mehr Widerstand erzeugen als ein zusätzlicher Meter gerades starres Rohr, verringert die Luftmenge und erhöht das Geräusch. Eine optimierte Rohrführung bringt oft mehr als ein stärkerer Ventilator.

 

Starre und flexible Lüftungsrohre

Nicht alle Lüftungsrohre arbeiten gleich gut.

Starre und flexible Rohre haben zwar dieselbe Nennweite, aber ihr Strömungsverhalten innen ist sehr verschieden.

Starre Lüftungsrohre

Starre Rohre haben glatte Innenwände, die Reibung und Druckverluste gering halten.

Vorteile sind:

  • Höhere Luftmenge
  • Geringere Druckverluste
  • Leiserer Betrieb
  • Einfachere Reinigung
  • Längere Lebensdauer

Starre Rohre sind die bevorzugte Lösung für:

  • Lüftung für das ganze Haus
  • Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung
  • Lange Rohrstrecken
  • Hochleistungsanlagen

 

Flexrohre

Flexrohre sind weiterhin eine ausgezeichnete Wahl, wenn Flexibilität beim Einbau gefragt ist.

Typische Anwendungen sind:

  • Letzte Anschlüsse am Ventilator
  • Anschlüsse an Abluftventile
  • Kurze Versätze um Hindernisse
  • Nachrüstungen

So halten Sie die Druckverluste gering:

  • Halten Sie die flexiblen Abschnitte so kurz wie möglich.
  • Ziehen Sie das Rohr beim Einbau vollständig auseinander.
  • Vermeiden Sie scharfe Bögen.
  • Verhindern Sie, dass das Rohr zwischen den Halterungen durchhängt.
  • Drücken Sie das Rohr niemals zusammen und quetschen Sie es nicht flach.

 

⚠️ Häufiger Einbaufehler

Mehrere Meter locker verlegtes Flexrohr können deutlich mehr Widerstand erzeugen als dieselbe Länge starres Rohr. Das verringert die Luftmenge und erhöht das Geräusch.

 

Den passenden Ventilator für Ihr Rohrsystem wählen

Den richtigen Rohrdurchmesser zu wählen, ist nur die halbe Aufgabe.

Der Ventilator selbst muss die erforderliche Luftmenge gegen den Widerstand des gesamten Rohrsystems liefern können.

Ein Ventilator, der im kurzen Wandeinbau hervorragend arbeitet, kann in einem System mit mehreren Metern Rohr, mehreren Bögen und Dachhauben an seine Grenzen kommen.

Wer die Unterschiede zwischen den Ventilatortypen kennt, stellt sicher, dass das ganze Lüftungssystem wie geplant arbeitet.

 

Axialventilatoren

Axiale Abluftventilatoren bewegen große Luftmengen bei relativ geringem Widerstand.

Sie eignen sich ideal für:

  • Wandeinbau
  • Sehr kurze Rohrstrecken
  • Decken-Abluftventilatoren, die direkt in den Dachboden fördern (wo die Planung es zulässt)
  • Toiletten und kleine Bäder mit minimaler Verrohrung

Die Luftmenge sinkt aber schnell, wenn der statische Druck steigt.

Hat die Anlage lange Rohrstrecken oder mehrere Bögen, kann ein Axialventilator deutlich weniger Luft liefern als erwartet.

 

Halbradialventilatoren

Halbradialventilatoren vereinen die Eigenschaften von Axial- und Radialventilatoren.

Sie bieten:

  • Höheren statischen Druck
  • Bessere Luftmenge in längeren Rohren
  • Geringeres Betriebsgeräusch
  • Bessere Effizienz für Wohnraumlüftungen

Typische Anwendungen sind:

  • Bäder mit langen Rohrstrecken
  • Hauswirtschaftsräume
  • Einbau auf dem Dachboden
  • Lüftungsanlagen im Dauerbetrieb

Rohrventilatoren werden häufig als Halbradialventilatoren gebaut, weil sie ein sehr gutes Gleichgewicht aus Luftmenge, Druckvermögen und leisem Betrieb bieten.

 

Radialventilatoren

Radialventilatoren sind gezielt für Anlagen mit hohem Systemwiderstand ausgelegt.

Man wählt sie oft für:

  • Lange Rohrsysteme
  • Mehrere Bögen
  • Gewerbegebäude
  • Zentrale Abluftanlagen
  • Anwendungen mit hohem statischem Druck

Auch wenn sie nicht immer die höchste Luftmenge bei freiem Ausblasen angeben, übertreffen Radialventilatoren Axialventilatoren häufig, sobald sie an ein tatsächliches Rohrsystem angeschlossen sind.

 

💡 Technik-Tipp von HavenPoint

Der beste Ventilator ist nicht unbedingt der mit der höchsten angegebenen Luftmenge. Es ist der Ventilator, der die erforderliche Luftmenge beim tatsächlichen statischen Druck Ihres Systems halten kann.

 

Praxisbeispiel für einen Einbau

Betrachten Sie die folgenden Badlüftungen.

Anlage A

  • Flexrohr 100 mm
  • 6 Meter lang
  • Drei 90°-Bögen
  • Üblicher axialer Badlüfter

Anlage B

  • Starres Rohr 125 mm
  • 5 Meter lang
  • Zwei sanfte 45°-Bögen
  • Halbradial-Rohrventilator

Obwohl Anlage B ein größeres Rohr und einen Ventilator mit ähnlicher Nennluftmenge hat, liefert sie meist:

  • Höhere tatsächliche Luftmenge
  • Schnellere Feuchteabfuhr
  • Geringeres Betriebsgeräusch
  • Geringeren Energieverbrauch
  • Geringeres Risiko für Kondenswasser
  • Längere Lebensdauer des Ventilators

Das zeigt einen wichtigen Grundsatz der Technik:

Die Lüftungsleistung hängt vom gesamten System ab – nicht von einem einzelnen Bauteil.

 

Das passende Lüftungszubehör wählen

Zubehör wird beim Einbau oft übersehen, kann die Luftmenge aber erheblich beeinflussen.

Jedes Bauteil sollte zu Rohrdurchmesser und erforderlicher Luftmenge passen.

Typisches Lüftungszubehör:

Richtig dimensioniertes Zubehör in hoher Qualität hält die Druckverluste gering und sorgt für leisen, effizienten Betrieb.

 

Häufig gestellte Fragen

Kann ich bei einem 125-mm-Ventilator auf ein 100-mm-Rohr reduzieren?

Technisch ist das möglich, wird aber im Allgemeinen nicht empfohlen.

Ein kleinerer Rohrdurchmesser erhöht Luftgeschwindigkeit, Druckverluste und Betriebsgeräusch und verringert die Luftmenge, die der Ventilator liefern kann.

 

Ist ein größeres Rohr immer besser?

Im praktischen Rahmen ja.

Größere Rohre verringern Luftgeschwindigkeit und Widerstand. So kann der Ventilator die Luft effizienter und leiser bewegen.

Platzbedarf und Projektanforderungen sollten immer berücksichtigt werden.

 

Verringert ein Flexrohr die Luftmenge?

Ja.

Ein Flexrohr erzeugt mehr Widerstand als ein glattes starres Rohr, besonders wenn es zusammengedrückt, locker verlegt ist oder unnötige Bögen hat.

Kurze, vollständig gespannte Flexrohr-Abschnitte halten die Druckverluste gering.

 

Wie wichtig sind Bögen in den Rohren?

Sehr wichtig.

Jeder Bogen erhöht den Widerstand des Systems.

Zwei sanfte 45°-Bögen erzeugen im Allgemeinen weniger Widerstand als ein scharfer 90°-Bogen.

Eine gute Rohrführung ist eine der einfachsten Möglichkeiten, die Lüftungsleistung zu verbessern.

 

Sollte ich den Rohrdurchmesser nach dem Stutzen des Ventilators wählen?

Nein.

Fachplaner dimensionieren Lüftungsrohre nach der erforderlichen Luftmenge, der zulässigen Luftgeschwindigkeit und dem gesamten Systemwiderstand – nicht einfach nach dem Anschlussdurchmesser des Ventilators.

 

Empfohlene Produkte

Welche Produkte passen, hängt vom Lüftungssystem ab. Die folgenden Kategorien werden aber häufig zusammen verwendet, wenn effiziente Wohnraumlüftungen geplant werden:

Wer von Anfang an kompatible Bauteile wählt, holt die höchste Luftmenge heraus und vermeidet spätere Probleme beim Einbau.

 

Fazit

Beim richtigen Rohrdurchmesser geht es um viel mehr, als ein Rohr mit demselben Durchmesser wie der Ventilator zu wählen.

Ein gut geplantes Lüftungssystem berücksichtigt:

  • Erforderliche Luftmenge
  • Luftgeschwindigkeit
  • Statischen Druck
  • Rohrdurchmesser
  • Rohrmaterial
  • Gesamtlänge der Rohre
  • Anzahl der Bögen
  • Leistung des Ventilators unter Last

Wirken diese Faktoren zusammen, entsteht ein leiseres, effizienteres Lüftungssystem, das Feuchtigkeit wirksam abführt und die Luftmenge liefert, für die es geplant wurde.

Ob Sie einen Badlüfter ersetzen oder eine komplette Wohnraumlüftung planen: Wer Zeit in den richtigen Rohrdurchmesser investiert, verbessert den Komfort, senkt den Energieverbrauch und schützt das Haus auf Jahre vor Kondenswasser und Schimmel.

 

Brauchen Sie Hilfe bei der Wahl der richtigen Lüftungsrohre?

Den richtigen Rohrdurchmesser zu wählen, kann mitunter schwierig sein – besonders bei längeren Rohrstrecken, mehreren Räumen oder höheren Luftmengen.

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Unser Ziel ist nicht allein, Lüftungsprodukte zu verkaufen. Wir wollen Ihnen helfen, ein System aufzubauen, das über Jahre effizient arbeitet.

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