Klimaanlagen und Wärmepumpen

Kondensatschlauch der Klimaanlage wechseln: Anleitung

Kondensatschlauch der Klimaanlage wechseln: Anleitung

Eine feuchte Stelle unter dem Innengerät ist selten ein Kältemittelfehler. Meist ist Kondensat aus einer losen, rissigen oder verstopften Ablaufleitung ausgetreten. Den Kondensatschlauch zu ersetzen, ist in der Regel eine einfache Reparatur. Der Schlauch ist aber nur ein Teil der Entwässerung. Diese muss das Wasser zuverlässig abführen, das richtige Gefälle halten und darf keine Gerüche oder Luft zurück ins Gerät ziehen.

Bei Split-Klimaanlagen zur Wandmontage sitzt der Ablaufanschluss normalerweise unter oder hinter dem Verdampfer- und Lüfterteil des Innengeräts. Beim Kühlen bildet sich Kondensat am Verdampfer und sammelt sich in einer internen Wanne, bevor es über diesen Anschluss abläuft. Kann das Wasser nicht abfließen, läuft es womöglich in den Raum über, beschädigt Oberflächen und fördert Schimmel rund um das Gerät.

Wann muss der Kondensatschlauch der Klimaanlage ersetzt werden?

Ersetzen Sie den Schlauch, wenn er eingerissen oder spröde ist, dauerhaft geknickt ist, hinter dem Gerät gequetscht wird oder an einem der beiden Enden nicht mehr sicher dichtet. Flexible Schläuche verhärten mit dem Alter, besonders bei Sonneneinstrahlung, hohen Temperaturen oder Kontakt mit Reinigungsmitteln. Außen verlegte Abschnitte können durch UV-Strahlung altern, verdeckte Abschnitte durch Nagetiere, Bewegungen im Gebäude oder einen zu fest gezogenen Kabelbinder beschädigt werden.

Nicht jede Undichtigkeit bedeutet, dass der Schlauch defekt ist. Eine verstopfte Ablaufleitung zeigt genau dasselbe Bild. Das gilt auch für eine verschmutzte Kondensatwanne, ein schief ausgerichtetes Innengerät oder eine Leitung, die erst ansteigt und dann fällt. Prüfen Sie den gesamten Verlauf, bevor Sie Teile bestellen. Ist der Schlauch intakt und die Verstopfung nur örtlich, ist Reinigen oft die sinnvollere Reparatur.

Für einen Austausch sprechen sichtbare Risse, Wasseraustritt an einer Verbindung, Verfärbungen um einen Schlauchanschluss, wiederkehrende Leckagen nach dem Reinigen der Leitung oder ein plattgedrückter Schlauch, der seinen inneren Querschnitt nicht mehr hält. Ein muffiger Geruch kann auf stehendes Kondensat in einer ungünstig verlegten Leitung hindeuten. Wanne und Verdampfer sollten dann gleich mit gereinigt werden.

Den passenden Schlauch und die richtigen Verbinder wählen

Passend ist mehr als ein ähnlich aussehender Schlauch. Messen Sie den Außendurchmesser des Ablaufstutzens am Innengerät und je nach Anschlussart den Innen- oder Außendurchmesser des vorhandenen Schlauchs. Bei manchen Geräten wird ein flexibler Schlauch über einen Anschlussstutzen geschoben, bei anderen führt ein Adapter in ein starres Kondensatablaufrohr. Ein zu weiter Schlauch kann an der Verbindung tropfen. Ein zu enger kann beim Aufschieben reißen oder den Durchfluss bremsen.

Prüfen Sie auch das Material. Flexibler PVC-Schlauch für Kondensat ist bei kurzen Verbindungen im Innenraum und in Kabelkanälen üblich. Ein geriffelter Schlauch lässt sich leicht biegen, doch seine Rippen halten Schmutz eher fest als ein glattes Rohr. Bei langen Strecken ist ein starres Kondensatablaufrohr mit passenden Bögen und Verbindern oft leichter zu befestigen, zu reinigen und zu warten. Welche Lösung die beste ist, hängt vom Zugang, von der Länge der Strecke und davon ab, ob die Leitung sichtbar bleibt.

Berücksichtigen Sie außerdem die Einbauumgebung. Rohrleitungen im Freien brauchen Schutz vor Sonne und mechanischer Beschädigung. In unbeheizten Bereichen ist die Frostgefahr zu beachten. Mündet die Leitung in ein Abflussrohr oder einen Abwasseranschluss, kann ein geeigneter Siphon oder Geruchsverschluss nötig sein. Er verhindert, dass Gerüche, Luftbewegungen oder Verunreinigungen die Kondensatleitung beeinträchtigen. Welche Lösung richtig ist, hängt von der Bauart des Geräts und von den örtlichen Entwässerungsvorgaben ab.

Verwenden Sie weder Gartenschlauch noch zu dünne Aquarienschläuche oder behelfsmäßige Dichtmassen. Diese Materialien sitzen oft nicht fest, knicken an Bögen ein und erschweren die spätere Wartung. Mit Kondensatschlauch, Verbindern, Schellen, Rohrhaltern und Entwässerungszubehör, die für diesen Zweck gedacht sind, entsteht eine wartbare Installation statt eines Provisoriums.

Den Kondensatablauf planen, bevor Sie den neuen Schlauch montieren

Eine Entwässerung im freien Gefälle funktioniert nur, wenn das Wasser vom Innengerät bis zur zugelassenen Ablaufstelle durchgehend bergab fließen kann. Das Gefälle muss nicht auffällig sein, aber es muss gleichmäßig bleiben. Eine Senke, eine aufwärts geführte Schlaufe oder ein durchhängender Schlauch bildet eine Wassertasche, in der sich Schlamm sammelt. Irgendwann bremst die Engstelle den Ablauf, und das Wasser staut sich in der Wanne zurück.

Beginnen Sie am Innengerät und verfolgen Sie den geplanten Weg bis zum Auslauf. Führen Sie Bögen möglichst weit und vermeiden Sie Verbindungen, die in Kabelkanälen oder Wänden verborgen liegen. Befestigen Sie Schlauch oder Rohr so, dass nichts durchhängen kann. Führt die Leitung durch eine Wand, schützen Sie sie vor scharfen Kanten und dichten Sie die Durchführung sachgerecht ab. Das Ablaufrohr darf dabei aber nicht so eingeschlossen werden, dass man es nicht mehr prüfen kann.

Auch die Ablaufstelle ist wichtig. Das Kondensat muss dorthin geleitet werden, wo es keine Fassade verschmutzt, nicht auf einen Gehweg tropft, kein Nachbargrundstück beeinträchtigt und nicht wieder ins Gebäude gelangt. Es darf nicht auf elektrische Geräte laufen. Eine sichtbare Mündung erleichtert spätere Kontrollen, muss aber vor Verstopfung durch Laub, Insekten und Schmutz geschützt bleiben.

Ist ein durchgehendes Gefälle nicht möglich, kann eine Kondensatpumpe nötig sein. Das ist häufig der Fall, wenn das Innengerät unter dem verfügbaren Ablaufanschluss liegt oder die Leitung ansteigen muss, um einen geeigneten Weg zu erreichen. Eine Pumpe ist nicht automatisch die bessere Lösung: Sie bringt zusätzliche elektrische Bauteile, einen Vorratsbehälter und Wartungsaufwand mit. Wählen Sie eine Pumpe passend zur Kondensatmenge des Geräts, zum vorhandenen Platz, zur erforderlichen Förderhöhe und zu den Geräuschanforderungen. Sorgen Sie dann für Zugang zum Reinigen und Testen.

So wechseln Sie den Kondensatschlauch der Klimaanlage

Schalten Sie die Klimaanlage vor dem Start am Trennschalter oder im Stromkreis ab. Wasser und elektrische Bauteile passen nicht zusammen, besonders bei einem Gebläsekonvektor, der über einer Decke oder in einem Gehäuse verborgen ist. Schützen Sie Wand und Boden unter dem Gerät mit saugfähigen Tüchern und halten Sie eine flache Schale für das Restwasser aus der alten Leitung bereit.

Verschaffen Sie sich zuerst Zugang zum Ablaufanschluss, ohne das Gerät mit Gewalt zu bewegen und ohne die Kältemittelleitungen zu belasten. Der Ablaufschlauch ist von den Kältemittelleitungen getrennt. Das Leitungsbündel wird aber leicht beschädigt, wenn man daran zieht oder es kräftig biegt. Ziehen Sie den alten Schlauch vom Ablaufstutzen ab und prüfen Sie den Stutzen auf Risse, Schmutz oder alte Kleberreste. Reinigen Sie ihn sorgfältig, damit der neue Schlauch vollständig aufsitzt.

Schneiden Sie den neuen Schlauch mit sauberer Kante rechtwinklig ab. Ein ausgefranster Schnitt kann verhindern, dass ein Verbinder dichtet. Schieben Sie den Schlauch ganz auf den Geräteanschluss oder den Adapter und folgen Sie dabei dem Montageverfahren des Geräteherstellers. Verwenden Sie, wo der Anschluss es verlangt, eine passende Schelle. Ziehen Sie sie aber nicht so fest, dass sich der Schlauch verformt. Verlegen Sie den Schlauch mit durchgehendem Gefälle und befestigen Sie ihn in sinnvollen Abständen mit Schellen oder Halterungen.

Wenn Sie flexiblen Schlauch mit starrem Rohr verbinden, nehmen Sie einen Verbinder, der für beide Durchmesser gedacht ist. Legen Sie die ganze Strecke zur Probe aus, bevor Sie sie endgültig befestigen. So zeigt sich, ob ein Bogen zu eng ist, eine Halterung fehlt oder der Auslauf höher liegt als erwartet. Halten Sie die Verbindungen möglichst zugänglich, besonders in Deckenhohlräumen und Installationskanälen.

Prüfen Sie den Ablauf nach der Montage, bevor Sie Abdeckungen schließen oder Blenden wieder anbringen. Gießen Sie eine kleine, kontrollierte Menge sauberes Wasser in die Kondensatwanne, aber nur wenn Zugang und Geräteanleitung das erlauben. Alternativ lassen Sie das Gerät so lange im Kühlbetrieb laufen, bis es Kondensat bildet. Beobachten Sie die gesamte Strecke einschließlich aller Verbindungen und des Auslaufs auf Sickerstellen oder langsamen Abfluss.

Häufige Fehler, die ein neuer Schlauch nicht behebt

Tritt nach dem Austausch weiter Wasser im Innenraum aus, hören Sie auf und suchen Sie die Ursache, statt mehr Dichtmasse zu verwenden. Ein verstopfter Wannenablauf, starker Biofilm im Innengerät, ein nicht waagerechtes Gerät oder eine Ablaufleitung mit unbemerktem Anstieg machen auch einen neuen Schlauch wirkungslos. Bei Kanalgeräten ist der Zugang oft aufwendiger, und eine verstopfte Zusatzwanne oder ein Schwimmerschalter als Sicherung braucht gegebenenfalls einen Fachbetrieb.

Wiederholte Verstopfungen deuten eher auf mangelnde Wartung als auf einen schlechten Schlauch hin. Saubere Filter erhalten den Luftstrom über den Verdampfer. Ist der Luftstrom eingeschränkt, kann der Verdampfer zu kalt werden und vereisen. Beim Abtauen fällt dann mehr Wasser an. Die Entwässerung muss dann einen ungewöhnlichen Schwall bewältigen statt des normalen Kondensats.

Gluckernde Geräusche im Ablauf, unangenehme Gerüche oder Wasser, das sich rückwärts zu bewegen scheint, können auf einen fehlenden oder ungeeigneten Geruchsverschluss hindeuten. Das ist besonders relevant, wenn das Kondensat an ein Abwassersystem angeschlossen ist oder Druckunterschiede an lufttechnischen Geräten die Leitung beeinflussen. Die Abhilfe hängt vom Gerät und von der Ablaufführung ab. Betrachten Sie deshalb das ganze System und nicht den Schlauch allein.

Eine Reparatur, die sich lohnt, wenn man sie richtig macht

Ein passender, gut befestigter Kondensatschlauch ist ein kleines Bauteil mit großer Aufgabe: Er schützt Innengerät, Oberflächen und Raumluft vor unnötiger Feuchtigkeit. Ersetzen Sie beschädigte Schläuche durch passende Materialien, halten Sie ein durchgehendes Gefälle ein und prüfen Sie den Ablauf, bevor Sie ihn hinter einem Kabelkanal verbergen. Lässt sich das Wasser nicht im freien Gefälle ableiten oder bleibt die Undichtigkeit nach diesen Prüfungen bestehen, kann ein qualifizierter Klimatechniker klären, ob die Ursache in der Wanne, der Pumpe, der Geräteausrichtung oder der Entwässerungsplanung liegt.